Gerade in Berlin mit seinen vielen internationalen Bewohnern finden immer wieder Hochzeiten statt, bei denen man Bräuche und Traditionen erlebt, die man bisher nicht kannte. Und natürlich interessieren sich ausländische Hochzeitsgäste für die deutschen Hochzeitsbräuche und was sich dahinter versteckt. Wir kennen viele dieser Brauchtümer. Aber was sich hinter den einzelnen Bräuchen verbirgt, wissen wir oft nicht mehr. Dabei gibt es zu den traditionellen Bräuchen viel Interessantes zu erfahren. 
Viele Bräuche rund um die Hochzeit haben sich in Deutschland im Mittelalter entwickelt, also in einer Zeit, in der der Aberglaube noch weiter verbreitet war, als heute. Viele Bräuche erklären sich daraus, dass man damit dem Brautpaar Glück bringen wollte. Und auch, wenn man heute nicht mehr ganz so abergläubisch ist - wie wir gleich sehen werden -, wünschen alle Gäste dem Hochzeitspaar natürlich immer noch Glück und Segen. Dazu kann man sich bei dem ein oder anderen Brauch bedienen.
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Vor der Hochzeit

Einige Traditionen werden in Deutschland schon weit vor einer Ehe gepflegt. So werden die Brautschuhe gerne ausschließlich mit Pfennigen bezahlt, die die Braut mit ihren Eltern sammelt. Dazu musste sie häufig schon beginnen, bevor überhaupt ein Mann in Aussicht war. Für viele Eltern und Töchter war eine Hochzeit zudem ein kostspieliges Vergnügen, so dass man schon beizeiten damit anfangen musste, zu sparen. Durch das Sammeln der Pfennige oder Cents konnte die Braut zeigen, dass sie eine sparsame und treue Ehefrau sein wird. Das dürfte durchaus für jeden Mann interessant sein. Eltern und Töchter sammelten aber auch Haushaltsgegenstände, hochwertige Handarbeiten, Geschirr und Schmuck, die die Tochter in den Jahren vor ihrer Hochzeit geschenkt bekam, damit sie am Tag der Heirat eine ordentliche Aussteuer mit in die Ehe nehmen konnte. Dieser Besitz der Braut war in einer hölzernen Truhe verstaut und stellte ihr ganzes Vermögen dar.

 

Der Heiratsantrag

Vor einer Hochzeit steht meistens der Antrag, den der Mann üblicherweise seiner Partnerin macht und damit um ihre Hand anhält. Schon das um-die-Hand-anhalten, hat dabei einen bildlichen Ursprung, denn in vormoderner Zeit musste der Bräutigam beim Vater der Braut vorsprechen. Der Brautvater gab dann sein Einverständnis zur Heirat, wenn es ihm genehm war und diese Absprache wurde per Handschlag symbolisch nach außen deutlich gemacht. Heute hält der Mann sicherlich häufiger direkt bei seiner Freundin um ihre Hand an. Welche moderne Frau möchte sich auch von ihrem Vater verheiraten lassen? 

Für moderne Frauen ist ein alter deutscher Brauch übrigens sehr interessant, denn für den Fall, dass die Frau ihrem Mann einen Heiratsantrag machen möchte, sollte sie sich vielleicht den 29. Februar eines Schaltjahres aussuchen. Denn ein Antrag, den eine Frau ihrem zukünftigen Mann an diesem besonderen Tag macht, darf dieser nicht ablehnen. Also Männer, freut euch auf die Schaltjahre!

 

Die Nacht vor der Hochzeit

In Deutschland wurde früher traditionell am Abend vor der Hochzeit ein lautes, wildes Fest gefeiert. Beim Polterabend durften Nachbarn, Freunde und Bekannte mit Geschirr, Porzellan, alten Kloschüsseln und Fliesen beim Brautpaar vorbeikommen und das Mitgebrachte unter lautem Klirren auf der Straße zerdeppern. Da konnte schon ein ganz schöner Berg Keramik zusammen kommen. Durch den Lärm wurden so böse Geister vertrieben und einer glücklichen Ehe stand nichts mehr im Wege. Durch das gemeinsame Auffegen der Scherben konnte das Brautpaar zeigen, dass sie zusammen halten und einander helfen. Gleichzeitig konnte man so ein Fest mit all denen feiern, die bei der Hochzeit am nächsten Tag nicht eingeladen werden konnten. Alle, die diese schöne und selten gewordene Tradition wieder aufleben lassen wollen, sollten aber darauf verzichten, Glas, Scheiben oder Spiegel zu zerschmettern, denn das bringt Unglück!

 

Der Morgen vor der Hochzeit

Traditionell verbrachte die Braut die Nacht vor der Hochzeit zum letzten Mal im Elternhaus, in dem sie bis zur Ehe wohnte. Diesen Umstand nutzten die Freunde und Freundinnen der Braut dazu, sie am Morgen ihrer Hochzeit mit Böllern und Geschrei zu wecken und mit ihr gemeinsam den Tag ihrer Hochzeit zu beginnen. Ob sich diese Tradition des Brautweckens heute noch wiederholen lässt, scheint uns etwas unsicher, denn in den meisten Fällen wohnen Braut und Bräutigam heute auch schon vor der Ehe zusammen. Lustig wäre diese Tradition aber bestimmt trotzdem oder gerade deswegen. 

 

Die Hochzeit

Eine heute noch übliche Tradition ist das Geheimhalten des Hochzeitskleids. Der Bräutigam darf das Kleid seiner Braut vor der Feier in der Kirche oder im Standesamt nicht sehen. Es könnte wohl Unglück bringen, sollte er es vor der Trauung erblicken.

Nicht ganz so vertraut ist uns die deutsche Tradition, dass die Eheringe nicht in fremde Hände gelangen dürfen. Nur Mann oder Frau dürfen die Ringe halten, denn gibt man dieses Symbol für die Liebe und den Zusammenhalt in der Ehe ab, bedeutet das, dass die Ehe von Untreue und fremden Einflüssen beeinträchtigt werden könnte. Es scheint also besser zu sein, dass man sich im nicht seltenen Fall, dass der Trauzeuge die Ringe aufbewahrt und präsentiert, einen vertrauensvollen Trauzeugen suchen sollte.

Something old, something new, something borrowed, something blue. Diese Tradition kommt offensichtlich aus dem englischen Sprachraum, hat aber auch in Deutschland viele Anhänger gefunden. Dabei soll die Braut etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues am Körper tragen. Das Alte symbolisiert dabei das alte Leben, das die Braut nun hinter sich lässt. Das Neue ist ein Zeichen für das neue Leben, das Braut und Bräutigam gemeinsam führen werden. Etwas Geborgtes ist meist ein Gegenstand, den die Braut von einer guten Freundin geliehen bekommt und der dadurch die guten Beziehungen und Freundschaften der Braut symbolisiert. Und der blaue Gegenstand ist in der Farbenlehre ein Zeichen der Treue. Hält man sich an diese Tradition, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Aus dem vermutlich sehr dunklen Mittelalter stammt die Idee mit einer Hochzeitskerze Licht, Helligkeit und Wärme in die Ehe einzubringen. Auf der Kerze selbst werden gerne Symbole der Liebe und der Zusammengehörigkeit dargestellt, also klassische Zeichen wie Herzen, Ringe oder auch ein Kreuz. Traditionell wird die Kerze an der Osterkerze entzündet und nach der Trauung in der Wohnung aufgestellt. Besonders schön ist der Brauch, bei einem Streit der Ehepartner die Kerze zu entzünden, um so an die Liebe der beiden zu erinnern und ein Zeichen der Versöhnung zu setzen.

Wer kennt sie nicht, die Blumenkinder, die beim Auszug des Brautpaares nach der kirchlichen Trauung vor dem Brautpaar Blüten auf den Boden streuen, damit die der erste Gang des Ehepaares auf Blütenblättern stattfinden kann? Früher sollten die Blüten zusätzlich die Fruchtbarkeitsgöttin gütig stimmen und so einen reichen Kindersegen ermöglichen.

Auch sehr bekannt ist der Hochzeitsbrauch, dass das frisch vermählte Paar vor der Kirche ein großes Herz aus einem Bettlaken ausschneiden muss, durch das der Bräutigam die Braut anschließend auf Händen trägt. Für romantische Fotos bietet sich dieser Brauch ganz bestimmt an.

Noch bekannter dürfte der Brauch sein, das Auto oder die Kutsche, in dem das Paar von der Kirche abfährt, mit Schleifen und Blumen zu verzieren und ein paar Blechdosen hinten an den Wagen anzubinden. Der Lärm der Blechdosen vertreibt die bösen Geister, die der Polterabend nicht schrecken konnte und natürlich darf das Hupkonzert des folgenden Autokonvois nicht fehlen, das nicht nur erschreckt, sondern auch für Aufmerksamkeit sorgt.

 

Die Hochzeitsfeier

Während der Hochzeit sollte die Braut ein Centstück im Schuh tragen, so sagt es ein alter Hochzeitsbrauch. Denn dadurch werden die Ehepartner in ihrer Ehe niemals Geldsorgen erleiden müssen. Aber aufgepasst, liebe Bräute, sucht euch die Stelle für den Cent gut aus, denn sonst kann es beim späteren Tanzen leicht zu Blasen an euren hochzeitlichen Füßen kommen.

Womit wir schon beim traditionellen Hochzeitstanz ankommen. In Deutschland besagt die Tradition, dass Braut und Bräutigam den ersten Tanz des Abends beginnen. Klassisch sollten beide den Hochzeitswalzer tanzen, allerdings ist auch jeder andere Tanz in Ordnung. In diesen Hochzeitstanz stimmen dann der Trauzeuge und die Trauzeugin ein, bevor endlich alle Gäste gemeinsam mit dem Brautpaar tanzen. Nach anderer deutscher Überlieferung gehört allerdings dem Brautvater der erste Tanz, der seine Tochter danach an der Schwiegervater übergibt, bevor der ungeduldige Bräutigam mit seiner Braut den Tanz fortsetzen darf. Auch dieser Brauch ist ein sehr schönes Bild für das Ende des alten und den Beginn eines neuen Lebens der Braut. Und wie romantisch, diesen Schritt durch das Leben tanzend zu erleben.

Ein sehr bekannter Hochzeitsbrauch in Deutschland ist das Werfen des Brautstraußes. Dabei wirft die Braut den Strauß über ihren Kopf nach hinten, wo alle weiblichen Gäste der Hochzeit stehen und versuchen, den Strauß aufzufangen. Diejenige, die ihn fängt, wird dem Brauch nach die Nächste sein, die heiratet. Das Gleiche gilt für das Werfen des Strumpfbandes der Braut, bei dem allerdings die männlichen Gäste die Fänger sind und sich strecken, um es zu fangen. Auch hier gilt, wer fängt, wird als nächstes heiraten. Im Übrigen ist es eine deutsche Hochzeitstradition, dass der Bräutigam seiner Braut den Brautstrauß besorgt und ihn ihr am Hochzeitstag überreicht.

Ein etwas älterer Hochzeitsbrauch ist die sogenannte Brautschuhversteigerung. Dabei wird der Braut während der Feier ein Schuh entwendet und den Gästen zur Versteigerung angeboten. Alles gebotene Geld wird sogleich in den Schuh gesteckt, bis der Bräutigam, dem traditionell das letzte Gebot zusteht, den Schuh seiner Braut ersteigert und ihn ihr mitsamt dem Inhalt zurückgeben kann. Sicherlich ein schönes Gefühl für den Bräutigam, wenn er für seine Braut der Held sein kann.

Klassiker unter den Hochzeitsbräuchen und Fotomotiven ist das gemeinsame Anschneiden der Torte durch das Brautpaar, denn durch das gemeinsame Schneiden zeigen die Beiden ihren Zusammenhalt, der sie in ein süßes Eheleben tragen soll. Aber Achtung, der Hochzeitsbrauch hat einen Haken, denn wer beim Schneiden die Hand oben hat, der wird dem Brauch nach auch in der Ehe die Oberhand behalten. Wichtig für alle Hochzeitsbäcker ist noch diese Tradition: Die Hochzeitstorte muss immer Marzipan enthalten. Marzipan wird bekanntermaßen aus Mandeln gemacht und Mandeln verheißen Glück in der Liebe.

Die Brautentführung ist ein etwas in Vergessenheit geratener Brauch, bei dem die Braut von Freunden von der Hochzeit entführt wird. Sie veranstalten dann mit ihr eine Art Schnitzeljagd von einer Kneipe oder Gastwirtschaft zur nächsten, wobei sie dem Bräutigam, der sich auf die Suche macht, jeweils Hinweise hinterlassen. Der Bräutigam muss auf der Jagd nach seiner Braut zu allem Übel die Rechnung der Entführer begleichen, bis er sie gefunden hat. Doch damit nicht genug: um seine Braut auszulösen, muss er eine Aufgabe erfüllen, also vielleicht ein Lied singen oder etwas anderes Lustiges tun.

Nach so einer langen, turbulenten Hochzeitsfeier kehren die beiden Eheleute dann zurück in ihre Ehewohnung, wo sie der nächste Hochzeitsbrauch erwartet. Der Bräutigam trägt seine Braut auf Händen über die Schwelle der gemeinsamen Wohnung. Doch woher kommt dieser Brauch? Es scheint, dass diese Tradition schon aus römischer Zeit stammt, den damals glaubten die Menschen, dass sich unter der Türschwelle böse Geister verstecken, die einem beim Übertreten Unheil bringen können. Dieser Gefahr darf die frischvermählte Braut natürlich nicht ausgesetzt werden.

Doch kaum hat sie diesem Unheil ein Schnippchen geschlagen, wartet schon der nächste Brauch auf die Braut und ihren Mann. Denn einige Hochzeitsgäste haben in ihrer Wohnung Dinge versteckt, Flure versperrt oder das Schlafzimmer mit Luftballons befüllt, so dass das Brautpaar zunächst einige Arbeit hat, bevor sie ihre Hochzeitsnacht miteinander verbringen können. Besonders einprägsam können dabei einige gestellte Wecker sein, die gut versteckt für eine unruhige Nacht sorgen. Vielleicht ist es aber auch ganz gut, dass dieser Scherz einer der Hochzeitsbräuche ist, die heutzutage nicht mehr so häufig anzutreffen sind.

 

Die Zeit nach der Hochzeit

Eine alte Tradition bei deutschen Hochzeiten ist es, dass der Bräutigam seiner Frau am Morgen nach der Hochzeit eine Morgengabe als Geschenk überreicht. Früher handelte es sich dabei um eine Mitgift aus Schmuck oder Geld oder etwas anderem Wertvollen. Dieses Geschenk sollte die Braut nicht nur erfreuen, sondern auch zu ihrer Absicherung dienen, falls dem Ehemann einst etwas zustoßen sollte. Dieser Brauch ist leider etwas in Vergessenheit geraten und man kann sich nur wünschen, dass wieder mehr Ehemänner diesen schönen Hochzeitsbrauch aufleben lassen.

Zu guter Letzt gibt es in Deutschland den Brauch, dass das Ehepaar einige Zeit nach der Hochzeit einen Baum pflanzt. Dabei können die Beiden durch die Wahl des Baumes den Verlauf ihrer Ehe bestimmen. Pflanzt das Brautpaar einen Apfelbaum, so werden sie in ihrer Ehe viele Kinder bekommen. Pflanzen sie dagegen eine Eiche, so wird ihre Ehe standfest und dauerhaft sein. Wenn die beiden eine Eberesche pflanzen, so verheißt das dem Paar ein besonders langes Leben.

 

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